Die Rente dient der Altersvorsorge

Die Rente dient der AltersvorsorgeDie Rente dient der Altersvorsorge. In der Regel versteht man darunter die Gesetzliche Rentenversicherung.

Die Bezeichnung als Versicherung ist dabei eigentlich falsch, da die Beiträge kein versichertes Risiko abdecken und die spätere Leistung aus der Rentenversicherung nicht aus diesen Beiträgen erbracht wird. Dem System liegt vielmehr der sogenannte Generationenvertrag zugrunde.

So funktioniert die daraus resultierende Umlagefinanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung: Die monatlichen Beiträge, die in die Rentenkasse einbezahlt werden, dienen nicht der eigenen Vorsorge, sondern werden vielmehr an die heutigen Rentner sofort wieder ausgezahlt.

Später, so der Generationenvertrag, wird die Rente dann wiederum von der nachfolgenden Generation aufgebracht.

Der Beitragszahler baut also kein eigenes finanzielles Vermögen auf, sondern muss darauf vertrauen, dass die nachfolgende Generation in der Lage ist, seine Rentenansprüche zu finanzieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich mit einer Rentenversicherung für das Alter finanziell abzusichern. Die Altervorsorge basiert in Deutschland auf drei Säulen.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Vorsorge bildet die erste Säule. Jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer muss während seines Erwerbslebens Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

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Per so genanntem Umlageverfahren werden aus diesem Rententopf dann alle Renten finanziert und direkt ausgezahlt.

Für die soziale Absicherung in Deutschland steht die gesetzliche Rentenversicherung an oberster Stelle, sie gilt als wichtigster Zweig. Der Staat sorgt automatisch für die Rentenzahlung im Alter, indem er von jedem sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen einen gesetzlich festgelegten Pflichtanteil seines monatlichen Einkommens in die Rentenkasse abführt.

Die gesetzliche Rente stellt zwar eine wesentliche Regelung für die soziale Absicherung der Gesellschaft im Alter dar, ist aber heutzutage längst nicht mehr ausreichend um auch im Alter seinen gewohnten Lebensstandard halten zu können.

Betriebliche Altersvorsorge

Die zweite Säule der Rentenvorsorge basiert ebenfalls auf der Erwerbstätigkeit und setzt sich aus Angeboten wie der betrieblichen Altersvorsorge oder der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes zusammen.

Diese Art der Rentenversicherung gilt als Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Bei der betrieblichen Altersvorsorge garantiert der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer, einen Teil des Bruttolohns in Versorgungsleistungen anzulegen. So ist der Erwerbstätige aufgrund seines Beschäftigungsverhältnisses im Alter, aber auch im Falle von Invalidität oder Tod betrieblich abgesichert.

Private Altersvorsorge

Eine weitere Möglichkeit der Alterssicherung in Deutschland stellt die private Vorsorge (Altersvorsorge) dar. Sie bildet die dritte Säule in unserem Rentensystem. Hier kann jeder eigenverantwortlich Kapital ansparen und sich so sein Auskommen im Alter schaffen.

Unter diese Art der Vorsorge fallen private Rentenversicherungen wie die Riester-, Rürup- oder Basis-Rente, aber auch Aktienfonds-Sparpläne, Kapitallebensversicherungen oder auch der Immobilienerwerb.

RENTE: VOR- UND NACHTEILE DER VORSORGE-MODELLE

Riester-Rente

PRO: Die Riester-Rente wird staatlich gefördert. Pro Jahr gibt es eine Zulage von 154 Euro, pro Kind zusätzlich 185 Euro (300 Euro bei Geburt ab 2008). Berufseinsteiger unter 25 Jahren bekommen im 1. Jahr einen Bonus von 200 Euro.

KONTRA: Mit steigendem Einkommen sinkt die Attraktivität. Beiträge können nur bis zu 2100 Euro von der Steuer abgesetzt werden.

Bei Rentenbeginn kann man sich nur 30 % des Kapitals sofort auszahlen lassen, der Rest wird verrentet.

Betriebliche Altersvorsorge

PRO: Arbeitgeber unterstützen die Betriebsrente: 73 % übernehmen die Beiträge ganz oder teilweise.

Die Beiträge sind steuerfrei (Entgeltumwandlung). Das heißt, auf die Vorsorgeaufwendungen werden keine Steuern und Abgaben fällig.

KONTRA: Für Lohn, der direkt in die betriebliche Altersvorsorge fließt, werden keine Rentenversicherungsbeiträge gezahlt. Die Folge: Die gesetzliche Rente sinkt.

Im Alter werden auf die Betriebsrente die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig.

Rürup

PRO: Wer selbstständig ist und damit rechnen kann, dauerhaft gut zu verdienen, fährt mit der Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) gut.

Positiv bei einer hohen Steuerlast: Die Beiträge für die Vorsorge können von der Steuer abgesetzt werden.

KONTRA: Sie lohnt sich nur für Besserverdiener.

Die Rürup-Rente ist weniger flexibel als eine private Rentenversicherung. Mit einem Vertrag legt man sich auf eine Rente fest.

Eine Kündigung oder vorzeitige Auszahlung ist ausgeschlossen.

Lebensversicherung

PRO: Wer einen alten Vertrag hat, bekommt eine hohe garantierte Verzinsung (3 bis 4 %).

Im Todesfall bekommen die Erben (z. B. der Partner) die Versicherungssumme.

KONTRA: Die Garantieverzinsung leidet unter dem niedrigen Zinsniveau, liegt derzeit bei nur 1,75 %.

Die Versicherten bekommen am Ende der Laufzeit immer weniger raus.

Die Abschlusskosten sind sehr hoch.

Bei der privaten Alterssicherung gibt es zwar verschiedene Ansätze. Grundlage dieses Vorsorge-Modells bildet aber die private Initiative zur Kapitalbildung im Alter.

Wichtigster Aspekt ist hier der Zeitfaktor: Besser so früh wie möglich mit kleinen Beträgen anfangen, als lange zu warten, um dann höhere Beiträge zu zahlen.

Das Problem der Gesetzlichen Rente

Die Gesetzliche Rente steht schon länger vor großen Problemen. Die Ursachen sind vielfältig: Da ist zunächst der demografische Faktor. Die Menschen werden immer älter, die Geburten gehen zurück.

Kürzere Lebensarbeitszeiten sorgen außerdem dafür, dass immer weniger Versicherte für immer mehr Rentner zahlen müssen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Hinzu kommt die hohe Arbeitslosigkeit, denn in die Rentenkasse zahlen nur Arbeitnehmer, die eine Beschäftigung haben und Sozialversicherungsbeiträge abführen. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit fließt daher weniger Geld in die Rentenkassen. Daher verschiebt sich noch einmal das ungünstige Verhältnis von Einzahler zu Rentner.

Die unausweichliche Folge dieser Tendenzen ist, dass das Leistungsniveau der Gesetzlichen Rente seit Jahren stagniert bzw. abgesenkt wird. Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge ist daher heute wichtiger denn je.

Quelle: http://www.bild.de/themen/specials/rente/wirtschaft-nachrichten-news-fotos-videos-19310128.bild.html

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admin 18. November 2015